Geheimnisse der Lost Place Porta: Entdecke die Geschichte der U-Verlagerungen, riesiger Stollen & düsterer Nazi-Vergangenheit unter Tage in der Porta
Lost Place Porta: Die geheime Welt im Berg
Wer am Kaiser-Wilhelm-Denkmal steht und den Blick über die Weser schweifen lässt, ahnt kaum, dass sich direkt unter seinen Füßen ein gigantisches Labyrinth aus Geschichte und Gefahr erstreckt. Die Stollen der Porta Westfalica sind weit mehr als nur alte Löcher im Fels – sie sind stumme Zeugen einer industriellen Blütezeit und eines menschlichen Abgrunds.
Vom Luxusgut zum Kriegsschauplatz
Alles begann im 19. Jahrhundert. Der Porta-Sandstein war ein begehrtes Baumaterial. Unter der Führung der Firma M. Michelsohn & Co. wurden gewaltige Hallen in den Jakobsberg getrieben. Da man die Steine nicht sprengte, sondern behutsam aus dem Fels löste, entstanden unter Tage kathedralenartige Räume mit Deckenhöhen von bis zu 12 Metern.
Doch die friedliche Nutzung endete abrupt mit dem Zweiten Weltkrieg. Ab 1944 startete das NS-Regime das Projekt der „U-Verlagerung“ (Untertage-Verlagerung), um die Rüstungsproduktion vor den Bomben der Alliierten zu schützen.
Ein Labyrinth unter Decknamen
Die einstigen Steinbrüche bekamen Codenamen, die heute noch unter Geschichtsinteressierten und „Urban Explorern“ bekannt sind:
Dachs 1 (Jakobsberg): Das ehrgeizigste Projekt. Hier sollte eine komplette Hochleistungs-Raffinerie für Schmieröle entstehen. Die Hallen waren so groß, dass man massive Destillationskolonnen darin aufstellte und die Temperatur für die Produktion künstlich auf -15 °C herunterkühlte.
Kröte (Wittekindsberg): Direkt unter dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal erstreckte sich eine Anlage auf vier Stockwerken. Wo heute Touristen spazieren, wurden damals darunter unter Hochdruck Bauteile für Flugzeuge und Panzerabwehrwaffen gefertigt.
Stöhr & Findling: Weitere Sektionen im Jakobsberg, in denen Firmen wie Philips (Röhren) und Klöckner (Motoren) ihre Produktion einquartierten.
Schatten der Vergangenheit: Zwangsarbeit
Hinter den technischen Details verbirgt sich eine menschliche Tragödie. Der Ausbau dieser Anlagen war nur durch den Einsatz von Tausenden von KZ-Häftlingen möglich. In Lagern wie Barkhausen oder Hausberge untergebracht, mussten sie unter grausamen Bedingungen den harten Stein bearbeiten. Viele von ihnen überlebten die Tortur in den staubigen, kalten Schächten nicht.
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| Lost Place Porta ehemalige LKW-Zufahrt zu den Produktionsstätten |
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| Lost Place Porta Schachtabschlussgitter an der Haspel zur tieferen Sole |
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| Lost Place Porta ehemalige technische Einrichtung der Haspel |
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| Lost Place Porta ehemalige Stromunterverteilung |
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| Lost Place Porta Frank als Schattenbild an einem tiefen Stollen |
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